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Cloud Computing Google

Was die Cloud so attraktiv macht

Google, Amazon und Microsoft buhlen um deutsche Kunden für die Cloud. Die sagen bereitwillig Ja - mangels einheimischer Alternativen.

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Selbstfahrende Autos, intelligente Sprachassistenten, vernetzte Kühlschranke: Wer in diesem Jahr die "AWS re:Invent", veranstaltet von Amazon und die größte Cloud-Konferenz der Welt in Las Vegas, besucht hat, der dürfte vor allem zwei Dinge festgestellt haben. Zum Einen, dass die Welt dank fortschreitender künstlicher Intelligenz (KI) immer "smarter" wird. Zum Anderen, dass die Zukunft für viele Unternehmen auf der ganzen Welt in den "Wolken" zu liegen scheint.

Daran haben vor allem die Großen der Branche ihren Anteil: Microsoft, Amazon und Google, das gerade den Google Cloud Summit in München veranstaltet hat.

Während die Menschen weiterhin mit ihrem natürlichen Umfeld interagieren, interpretieren "smarte Objekte" die Nutzerdaten, um diese zur Verarbeitung und anschließender Analyse in die Cloud zu schicken. So soll Verbrauchern auf lange Sicht ein besserer Service geboten werden.

Am Rande der AWS-Konferenz zeigte der Technologiekonzern Siemens bereits, wie das Modell in der Praxis aussehen kann. Ein Produktionssystem namens "MindSphere" verbindet Maschinen und große Teile der physischen Infrastruktur über die Cloud miteinander. Dabei greift es auf Milliarden von Datensätzen zurück, die sich während der Produktion und der anschließenden Nutzung ergeben, woraus sich dann Planungsstrategien für die Zukunft generieren lassen sollen.

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Die Investition in das "IoT" soll sich auszahlen. In den kommenden drei Jahren soll der Markt rund um die Vernetzung von Haushaltsgeräten bis hin zu Industrieanlagen weltweit auf ein Gesamtvolumen von rund 470 Milliarden US-Dollar anwachsen. Das prognostizierte jüngst die Managementberatung Bain & Company.

Möglich wird diese Entwicklung jedoch erst durch die Cloud, dem digitalen Datenspeicher, in dem mittlerweile selbst rechenintensivste Prozesse ohne großen Aufwand durchgeführt werden können.

"Innovative Start-ups oder Mittelstandsunternehmen haben durch die Cloud Zugriff auf einen unfassbaren Datenflow und beeindruckende Rechenleistung", erklärt Constantin Gonzalez von Amazon Web Services (AWS). Die Tochter des weltgrößten Online-Versandhändlers Amazon zählt neben Google und Microsoft zu den weltweit führenden Anbietern von Cloud-Diensten. "Dank der Datenverfügbarkeit und der verbesserten KI ist es Firmen heute möglich, an einem einzigen Nachmittag einen Prototypen zu bauen, für den man früher Monate oder sogar Jahre gebraucht hätte", sagt er.

Wie kommt Deutschland in die Cloud?

Doch trotz der Fortschritte der letzten Jahre hält der Cloud-Experte ein radikales Umdenken in der deutschen Wirtschaft für unerlässlich. "Deutsche Unternehmen müssen wieder mehr bauen - allerdings nicht in der physischen Welt", mahnt er. In der Vergangenheit sei in Deutschland ein Großteil der IT ausgelagert worden. Dabei bliebe der Erfindergeist jedoch auf der Strecke, Lösungen "über dem Tellerrand" kämen nur selten vor. Stattdessen sollten sich Unternehmer in Zukunft an eigene Softwarelösungen heranwagen.

Tatsächlich ist Deutschland eher für seine Traditionsunternehmen bekannt, als für bahnbrechenden Innovationsgeist im Digitalen. Da überrascht es kaum, dass deutsche Unternehmen im Bereich "Forschung und Entwicklung (F&E)" im globalen Vergleich auf den hinteren Plätzen rangieren. Lediglich zwei deutsche Firmen - VW und Siemens - schaffen es in die Top 20, wie eine Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) belegt. Im Vergleich: 13 der weltweit 20 forschungsintensivsten Unternehmen haben ihren Sitz in den Staaten.

Das deutsche Traditionsunternehmen Bayer könnte da als wegweisendes Beispiel vorangehen. Der Konzern bietet im Geschäftsbereich des "Digital Farming" seit kurzem erstmalig eine Softwarelösung für Endkunden an. Dazu gehört das Programm "Xarvio", das über die Kamera Unkrautsorten erkennen und entsprechende Behandlungsmethoden vorschlagen kann. "Jede Zeile Code ist von uns geschrieben worden", erklärt Thomas Schilling, der Leiter der Unternehmensbereiches. Nur durch den Aufbau einer starken IT mit Cloud-Experten ließen sich Lösungen "jenseits der Standards" finden.

Neue Kunden für die Google Cloud

Bevor deutsche Unternehmen eigene Lösungen entwickeln, schlüpfen sie erst mal bei US-Anbietern unter. So verkündete der TV-Sender ProSiebenSat.1 kürzlich, komplett auf Microsoft zu setzen und deren Cloud-Angebote. Zudem will sich Microsoft stärker mit dem "Internet der Dinge"  befassen. Mit dem Dienst "Microsoft IoT Central" sollen Kunden auch ohne umfangreiches Expertenwissen in die Lage versetzt werden, vernetzte Produkte, Systeme und Maschinen effizient zu entwickeln, bereitzustellen und zentral zu verwalten. Kürzlich startete Microsoft eine erste Vorschau-Version ("Public Preview"). Anlässlich des Google Cloud Summit gab es auch hier Meldungen über neue Kunden: Metro, Viessmann und Botfriends.

06122017 Googlecloud
© Google

Metro Group: Auf dem Weg zum perfekten Online-Erlebnis

Metro migriert seine E-Commerce-Plattform in die Google Cloud. Hauptargumente sind Performance und Skalierbarkeit. Mit über 150.000 Mitarbeitern in 25 Ländern und mehr als 36 Mrd. Euro Umsatz zählt Metro zu einem der größten Unternehmen der Food-Branche. "Für uns ausschlaggebend ist die Verlässlichkeit und die führende Technologie der Google Cloud, die zusätzlich mit fairen Preisen überzeugt", sagt Timo Salzsieder, CIO und CSO von Metro. "Mit Google haben wir dank maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz den perfekten Partner für die Zukunft gefunden."  

Viessmann: Internationale Kommunikation verbessern

Die Viessmann Group ist einer der international führenden Produzenten von Heiz-, Industrie- und Kühlsystemen und ist in den vergangenen Jahren vor allem international rasant gewachsen. Um die interne Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern zu verbessern und effizienter zu gestalten, nutzt das Unternehmen künftig die G Suite und greift damit auf die Infrastruktur und Tools der Google Cloud zurück. Innerhalb eines halben Jahres konnte Viessmann dank des einfachen Handlings fast alle seine Daten und Anwendungen in die Cloud migrieren und allen Mitarbeitern weltweit zur Verfügung stellen. "Die G Suite ermöglicht es uns, sicher, von jedem Ort, zu jeder Zeit geräteunabhängig auf unsere Arbeitsinhalte zuzugreifen. Wesentlich ist die einfache Kollaboration, welche unsere Zusammenarbeit verändert und den Teamspirit gestärkt hat.",  sagt Alexander Pöllmann, Smart Office und Collaboration Manager bei Viessmann.

Botfriends: Kundendialog dank Künstlicher Intelligenz und Machine Learning

Das Start-up Botfriends ist führend in der Entwicklung von Chatbot-Anwendungen. Mithilfe von Chatbots kann der erste Kundenkontakt effektiver gestaltet und Fragen schneller beantwortet werden. Bei der Entwicklung der Chatbots setzt das Startup auf das Machine Learning der Google Cloud. Dank der selbstlernenden Technologie wirkt die Kommunikation mit den Chatbots natürlicher und die Nutzererfahrung ist deutlich verbessert. "Ohne die Google Cloud wären unsere Chatbots in der Form kaum möglich", erläutert Michelle Skodowski, Mitgründerin Botfriends. "Dank maschinellem Lernen entlasten wir auf diese Weise die Teams unserer Kunden in den Bereichen Kundensupport und Recruitment." 

am/Fabian Wegener, dpa

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