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Startup App TV

Was ein Auftritt bei "Die Höhle der Löwen" bringt

Bei #DHDL geht es nicht nur um Investorengelder. Reichweite und Aufmerksamkeit können unbezahlbar sein - wie das Beispiel Too Good To Go zeigt. Unser Autor Markus Sekulla hat sich mit einen der Macher unterhalten.

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Es ist eine gute Idee. Die Rede ist von Too Good To Go, eine App, die Lebensmittel vor dem Wegwerfen bewahren möchte. Das Konzept ist so simpel wie genial: Unternehmen, die oft Lebensmittelüberschüsse verzeichnen, zeigen diese über die App an und verkaufen sie täglich kurz vor Ladenschluss zu einem geringeren Preis.

Um das Anpreisen einer App soll es aber heute nicht gehen. Viel mehr interessiert mich der kürzliche Raketenschub, den das Unternehmen durch die TV Sendung "Die Höhle Der Löwen" (kurz: #DHDL) erfahren hat.
Wie so viele Start-ups vorher haben die Jungs aus Dänemark nicht vom Deal an sich, sondern durch die Reichweite der Show profitiert. Doch ist das wirklich nachhaltig und geschäftsfördernd wie man an deutschen Kantinen-Tischen jeden Mittwoch diskutiert? "Alles nur Show", habe ich schon mehrfach lapidar dahingesagt gehört. Doch was ist dran am PR Wert für die Start-ups?

Zum Glück gibt es Peter.

Einer meiner Squash-Buddies, Peter Wiedeking, ist einer der dienstältesten Mitarbeiter bei Too Good To Go in Deutschland und stand mit den dänischen Gründern bereits zur Aufzeichnung im April 2017 vor den Löwen. Er hat nicht nur zur Ausstrahlung des Too-Good-To-Go-Pitches zum Rudelgucken mit Hintergrund geladen, sondern stand mir auch zwischen 2 Squashspielen ausführlich Rede und Antwort zur Show, die am 7. November ausgestrahlt wurde.  

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Als erstes die Zahlen:

Hier erweist sich DHDL als absolute Sales Maschine. Hunderttausende der über 3 Mio Zuschauer der Show haben die App runtergeladen und ausprobiert. Die Zahlen sind beeindruckend: Von 400.000 Downloads vor der Show hat sich die App auf 700.000 Downloads gesteigert.
Das hat sich natürlich auch im App Store ausgewirkt. Dieses Bild wird den Jungs aus Dänemark gefallen haben...

App Store

Und nicht nur im App Store bestand Interesse. Peter berichtet von einem Postfach voller Interviewanfragen von kleinen wie großen Medien. Von RTL bis zur "Schwäbischen Zeitung" haben so gut wie alle über die gute Idee berichtet.

Das Ergebnis: Reichweite ohne Ende. Parallel dazu stiegen die Verkaufszahlen.

Ist das nachhaltiger Erfolg? Ja.

Heute, rund 2 Wochen nach der Show, hat sich das Tagesgeschäft auf ein Niveau eingependelt, das um bis zu 100 Prozent über Vormonat liegt. Die App konnte darüber hinaus weitere Unternehmen als Kooperationsparter gewinnen. "Vor allem aus ländlichen Gebieten haben sich Firmen gemeldet", berichtet Peter.

Macht #DHDL alle Startups zum Erfolg, auch wenn es keinen Deal gibt? Einfache Antwort: Nein.  Peter und ich sind uns einig, dass es diese riesigen PR- und Sales-Effekte vor allen für die Unternehmen gibt, die bereits massentauglich sind, die überregional agieren und bereits erste Erfolge vorweisen können. "Die 'Gute Sache' ist sicher auch nicht von Nachteil", ist er sich sicher.

Auf meinem Weg nach Hause denke ich über einige der anderen #DHDL-Startups nach. So viel Aufmerksamkeit die Show selbst auch hat: Aus einem Haufen Codemist kann auch das Fernsehen keinen Goldklumpen machen. 

Vor einige Wochen habe ich ich Too Good To Go das erste Mal selbst getestet. Das Bild oben zeigt meine Beute von REWE. Kostenpunkt: 3,90 Euro. Die Verkäuferin hat schon mitleidig über ihre Brille ein "Heute haben Sie leider eine Niete erwischt" geflüstert. Egal. Die Lebensmittel habe ich sozusagen wirklich gerettet und das gibt ein gutes Gefühl.

Dass die App auch genutzt wird um günstig Sachen zu schnappen, die man sonst auch gekauft hätte, ist für mich Nebensache. Und die nächsten "Einkäufe" bei REWE waren mit Sushi, Paprika und Sandwiches alles andere als Nieten...

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