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Startup Mengenlehre

Mengenlehre: So geht es in Startups zu

Machen Sie sich besser keine Illusionen, wie das Arbeiten in einem Startup ist. Joblift hat die Fakten über Gehälter, Arbeitszeiten, gefragte Qualifikationen - und Sexismus.

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Die Französin Mathilde Ramadier hätte besser erst den "European Startup Report 2017" von Joblift gelesen, bevor sie sich in die Berliner Startup-Sezene wagte. Dann wäre sie vielleicht weniger frustriert gewesen. Denn in deutschen Neugründungen verdienen die Mitarbeiter zwar 5 Prozent mehr Gehalt als im  europäischen Durchschnitt, aber es herrscht dort auch mehr Sexismus. Die Metajobsuchmaschine analysierte rund 32 Millionen Online-Stellenanzeigen in Deutschland, UK, Frankreich und den Niederlanden und sammelte Erkenntnisse mittels einer repräsentativen Online-Umfrage unter Startup-Mitarbeitern.

Wer gut verdienen will, sollte sich eher in einem traditionellen Unternehmen umschauen - oder Gründer werden. Deutsche Startups zahlen etwa 7 Prozent schlechter als die durchschnittlichen deutschen Arbeitgeber, verlangen aber etwa 10 Prozent längere Arbeitszeiten. 22 Prozent der teilnehmenden Startup-Mitarbeiter in Deutschland erhalten weniger als 25.000 Euro brutto jährlich. 16 Prozent weisen einen jährlichen Brutto-Verdienst von 25.000 bis 34.000 Euro auf, jeweils 19 Prozent liegen zwischen 35.000 bis 44.000 Euro beziehungsweise 45.000 bis 54.000 Euro. Etwa 24 Prozent aller Startup-Kollegen kann sich über mehr als 54.000 Euro freuen - da sind jedoch die Gründer mitgerechnet. Im Schnitt beträgt das Gehalt aller Befragten 41.510 Euro.

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Knapp über die Hälfte der befragten deutschen Startup-Angestellten arbeitet zwischen 40 und 49 Stunden pro Woche. Jeder fünfte muss 50 bis 60 Stunden in seinen Job reinstecken. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt 45 Stunden – vier Stunden mehr als der gesamtdeutsche Durchschnitt, wie Zahlen des Statistischen Bundesamts aufzeigen.

Obwohl Frauen rund die Hälfte der Führungspositionen besetzen, verdienen sie rund 11 Prozent weniger als ihre männlichen Startup-Kollegen Jede dritte Geschäftsführung wird laut der Umfrage von einer Frau besetzt, zusätzlich ganze 79 Prozent der Positionen, die Personalverantwortung aufweisen. Allerdings nimmt der Frauenanteil deutlich ab, sobald zur Personal- auch Budgetverantwortung hinzukommt – in diesem Fall beläuft sich der Wert auf 47 Prozent. Ungeachtet des relativ hohen Frauenanteils in Führungspositionen lässt sich in deutschen Startups eine geschlechtsspezifische Lohnlücke von rund 11 Prozent beobachten: Die befragten Frauen verdienen im Mittel 40.087 Euro, ihre männlichen Kollegen 44.309 Euro.

Gefragt sind vor allem Software-Entwickler. 14 Prozent der Stellenanzeigen suchen diese Qualifikation. Auch Vertriebs- und Marketingmitarbeiter bilden begehrte Berufsgruppen (je 13 Prozent und 11 Prozent der Ausschreibungen). Daneben kommt es Startups auf Softskills wie Kommunikationstalent und Eigeninitiative an.

03112017 Joblift Startup Report
© Joblift

Kickertisch und Freigetränke sind schön, aber leider hapert es bei den zusätzlichen Anreizen an einigen wichtigen Dingen: Kinderbetreuung, Sabbaticals oder Vorsorgepläne sind meist Fehlanzeige.

Außerdem sollten sich Startups intensiv mit sexistischen Verhaltensweisen auseinandersetzen. Jeder achte Startup-Mitarbeiter in Deutschland war bereits persönlich von Sexismus betroffen – bis zu doppelt so häufig wie in anderen europäischen Ländern Rund einem Fünftel aller befragten Angestellten in deutschen Startups widerfuhr bereits Diskriminierung. Bei 68 Prozent davon handelt es sich um Sexismus, allen voran sexistische Witze, die 80 Prozent der Betroffenen bereits erlebten. Immerhin 40 Prozent gaben an, Opfer von nicht einvernehmlichen Körperkontakt gewesen zu sein. In keinem anderen der untersuchten Länder waren die Umfrageteilnehmer Sexismus in diesem Maße ausgesetzt. 

Der vollständige Report steht auf der Website von Joblift.de online.

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