Über Messenger-Dienste können Werbungtreibende gewaltige Nutzerzahlen erreichen. Für Whatsapp war das bisher keine Option. Obwohl eine Milliarde Menschen den Dienst nutzen, bot der Messenger-Dienst bisher keine Werbemöglichkeiten in dem Chat an. Noch 2012 distanzierte sich das Unternehmen im eigenen Blog von Wettbewerbern, die ihr Chat-Angebot mit Werbemitteln vermischten. Techcrunch hat ihn nochmal ausgegraben: Werbung - so der Tenor des Eintrages - sei den Nutzern schlicht schnurzegal, einzig entscheidend für die Nutzer der App sei: Whatsapp als Messengerdienst. So heißt es weiter: "Werbung ist nicht nur die Störung der Ästhetik, die Beleidigung deiner Intelligenz und die Unterbrechung deines Gedankengangs (...) Sobald Werbung im Spiel ist, bist du, die Nutzerin, der Nutzer, das Produkt."

Gut. Zu diesem Zeitpunkt spielte Whatsapp-Gründer Jan Koum auf Wettbewerber wie Wechat an, die schon zu diesem Zeitpunkt Werbeformen im Chat zuließen.

Zwischen diesem Eintrag und dem vom fünften September dieses Jahres liegen fünf Jahre. Und der 19-Milliarden-Dollar-schwere Verkauf des Messengerdienstes an Facebook.

Das Wort "Werbung" fällt zwar nicht, dennoch wird klar, dass der Messengerdienst seine Plattform für Unternehmenskommunikation, die Werbeformen, wie auch immer sie aussehen könnten, nicht ausschließt: "In den folgenden Monaten werden wir neue Funktionen testen, mit denen einige dieser Herausforderungen gelöst werden können und die Kommunikation zwischen Menschen und Unternehmen einfacher macht. Unser Ansatz ist ganz einfach: Unser Wissen darüber, wie man Menschen mit einander verbindet, möchten wir jetzt dazu nutzen, Menschen dabei zu helfen, sich mit Unternehmen, die ihnen wichtig sind, zu verbinden."

Bals soll sich das Whatsapp-Investment für Facebook eben auch finanziell rentieren, wie thenextweb.com schreibt. Erlösquelle sollen bezahlpflichtige Profile werden, über die Unternehmen Nutzer mit Informationen versorgen können. Das haben sie bis dato ohnehin so gemacht. Nur wird das in Zukunft eben kostenpflichtig.

Im ersten Schritt wird das vermutlich Zusatzfeatures für Unternehmen in kostenpflichtigen Profilen bedeuten, mit denen sie ihre Botschaften besser verbreiten können. Marketingfeatures also. Der Sprung zu Promoted-Formaten oder Werbung ist dann nicht mehr weit.